Was wir oft gefragt werden

    

Tragen

Ist Tragen gesund?

Mit der richtigen Tragehilfe und der richtigen Haltung ist das Tragen das gesündeste für ein Baby. Es sollte Bauch an Bauch – oder auf dem Rücken der Eltern – getragen werden. Gute Tragehilfen sind Tragetücher, der Patapum oder ein Ergo Baby Carrier. Einige Tragehifen sind jedoch nicht zu empfehlen. Bei der Auswahl eines Tragehilfe sollte man darauf achten, dass der Steg, auf dem das Baby "sitzt" breit genug ist, um die Anhockspreizhaltung zu erreichen, die mit einem runden Rücken einher geht. Es gibt jedoch noch weitere wichtige Aspekte bei der Auswahl einer Tragehilfe. Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Mein Baby will immer nur getragen werden. Was kann ich tun?

Am besten erfüllt man das Bedürfnis nach Nähe. Und mit einer guten Tragehilfe kann man trotzdem unterwegs sein oder seinen Haushalt erledigen.

Verwöhne ich mein Kind, wenn es immer bei mir ist?

Aber nicht doch. Man erfüllt das wichtige Bedürfnis nach Nähe! Solange man die Bedürfnisse eines Babys erfüllt, kann man es ja gar nicht verwöhnen. Noch sehen sie sich als Einheit mit der Mutter und trennen sich Stück für Stück je nach Persönlichkeit von ganz allein. Es gibt immer wieder Phasen in denen mehr Nähe gesucht wird, was oft für Verwirrung sorgen kann. Aber nach wenigen Wochen (die manchmal lang erscheinen können) gibt sich das wieder.

Wie binde ich das Tragetuch richtig?

Die Anleitungen werden immer besser, teilweise sind sie schon auf CD. Didymos bietet Kontaktpersonen an, die beim Binden üben helfen. Es gibt aber – auch bei uns (Eltern helfen Eltern) - speziell geschulte Trageberaterin, die u. a. von Mütterzentren und Geburtshäusern empfohlen werden.


Schlafen

Das Familienbett – darf mein Baby bei mir schlafen?

Aber sicher! Die meisten Babys und Kinder wünschen sich das. In vielen Kulturen gibt es gar nichts anderes. Das Stillen wird erleichtert ohne dass man zu sehr wach wird (und beruhigende Schlafhormone gelangen über die Mumi zum Baby) und alle bekommen mehr Schlaf!

Fördert das Familienbett SIDS?

Es wurde bisher kein Zusammenhang wissenschaftlich erwiesen. Im Gegenteil wird das Baby (das immer wieder völlig normale Atemaussetzer hat) daran erinnert weiterzuatmen. Darüber hinaus ist man in Notsituationen viel schneller beim Baby und ist auch nicht nur auf die Akustik angewiesen. Ein stilles aber wild strampelndes Baby wird so immer die Aufmerksamkeit bekommen, die es braucht. Wenn man alkoholisiert ist oder unter starken Medikamenten steht, sollte man es aber besser für diese Zeit sein lassen. Auch sollte das Baby seine eigene Zudecke bzw. Schlafsack haben, damit weder die Decke über den Kopf gezogen wird, noch eine Überhitzung erfolgt. Geschwisterkinder sollten zu Beginn nicht direkt neben dem Baby schlafen, da sie noch keinen natürlichen Instinkt entwickelt haben, der sie vom Überrollen des Babys abhält.

Gibt es einen Mittelweg?

Wer sich das Familienbett nicht vorstellen oder nicht die nötigen Platzverhältnisse schaffen kann, hat die Möglichkeit auf einen Babybalkon auszuweichen. Diese gibt es fertig im Handel, man kann aber auch ein normales Kinderbett mit offener Seite und höhenangepasster Matratze nutzen. Oder die Wiege/das Bett im Schlafzimmer aufstellen.

Wann schläft mein Kind alleine?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Es gibt immer wieder Babys die von Anfang an alleine wesentlich lieber und besser schlafen. Das ist aber die Ausnahme. In der Regel ziehen Kinder ab dem dritten Lebensjahr Stück für Stück aus dem Familienbett aus. Es gilt aber das Gleiche wie für das Stillen – die Lösung ist die Richtige, die die meisten Bedürfnisse erfüllt. Es gibt Zwischenformen, bei denen die Eltern nur noch zum Einschlafen beim Kind liegen, oder ein Elternteil schläft woanders. Oder die Kinder krabbeln ins Elternbett, wenn sie nachts aufwachen. Sicher ist aber, dass wir noch von keinem Teenager gehört haben, der noch bei den Eltern schläft ;-)


Stillen

Braucht ein Kind einen festen Trinkrhythmus oder kann ich es nach Bedarf stillen?

Man kann und soll nach Bedarf stillen. Man bestärkt sie in einem natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühl. Die Babys holen sich ihre Nahrung, wann sie sie brauchen – nicht zu einer bestimmen Uhrzeit. Das kann eine lange Pause sein oder halbstündlich – je nach Hunger und Entwicklungsphase. Durch das häufigere Trinken wird die Milchmenge gesteigert und sie bekommen die notwendige Nahrung um z. B. einen Wachstumsschub zu bewältigen.

Mein Baby will nachts dauernd an der Brust trinken. Ist das in Ordnung?
Sollte ich ihm lieber etwas anderes oder vielleicht gar nichts geben, damit es lernt durchzuschlafen?

Genau wie tagsüber kann und soll man nach Bedarf stillen. Gerade am Anfang kann das Baby noch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden und das Baby kann nicht nur seinen Hunger sondern auch sein Nähebedürfnis stillen. Muttermilch sättigt nicht so lang anhaltend wie Flaschenmilch. Das ist gesund! Die sättigende Stärke in der Flaschenmilch überfordert die Verdauung und der wichtige Impuls des Wachwerdens wird geschwächt, so dass sich die Gefahr von SIDS erhöht.

Welche Bedürfnisse werden durch das Stillen erfüllt?

Natürlich der Hunger, aber eben auch das Bedürfnis nach Nähe, Körperkontakt, Wärme, Geborgenheit. Damit erklärt sich auch, warum Babys trinken möchten, obwohl sie eigentlich gar nicht hungrig sein können.


Beikost

Wann ist mein Kind reif für Beikost?

Sehr wenige Kinder sind vor dem vollendeten sechsten Lebensmonat reif für Beikost. Die meisten sind es frühestens ab diesem Zeitpunkt. Die Kennzeichnung der im Handel erhältlichen Produkte ist hier oft irreführend und von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Man kann wesentlich länger als 6 Monate voll stillen und sein Baby vollkommen gesund ernähren. Die sichersten Anzeichen der Beikostreife sind, dass sich das Baby schon gut auf dem Schoß in aufrechter Position halten kann und nicht nur Interesse am Essen der Familie hat, sondern es – teilweise mit Blicken - buchstäblich von der Gabel „giert“. Gerade wenn die ersten Happen nicht mit der Zunge herausgeschoben werden, kann man allmählich mit Beikost beginnen.

Mein Baby ist schon ein halbes Jahr alt und will nichts essen!

Der Großteil der Babys hat in diesem Alter kein oder kaum Interesse an fester Nahrung. Manche mögen keinen Brei sondern lieber Fingerfood, manche umgekehrt. Die meisten probieren „mikroskopische“ Mengen und stillen noch fast voll. Die Muttermilch enthält mehr Kalorien und alle notwendigen Nährstoffe, wenn sich die Mutter gut ernährt. Wichtig ist dann, sich und das Baby nicht unter Druck zu setzen, da sonst eine angespannte Atmosphäre entsteht, für die die Kleinen sehr feine Antennen haben. Essen soll Freude und Genuss bereiten – kein Zwang sein.

Wie lange stillt „man“ ein Baby?

Solange es für beide gut ist. Je länger die Stillbeziehung dauert, desto stärker tritt normalerweise die Bedeutung der Muttermilch als Nahrungsmittel in den Hintergrund. Gerade bei Krankheiten, Zahnen oder schwierigen Entwicklungsphasen ist es eine wunderbare Möglichkeit das Gleichgewicht der Seele zu fördern und wieder Nähe und Geborgenheit zu schaffen. Immer wieder gibt es auch Zeiten in denen das Stillen schwierig und anstrengend sein kann und die ersten Abstillgedanken kommen. Wenn diese Phasen nicht vorübergehen ist es an der Zeit die Stillbeziehung zu beenden. Das Abstillen kann von beiden Seiten ausgehen, wobei die meisten Kinder nicht abrupt abstillen sondern einfach immer seltener Stillen. Ob das Stillen 4 Monate, 8 Monate oder 4 Jahre dauert ist die Entscheidung von Mutter und Kind.

Kann man länger als ein halbes Jahr voll stillen?

Aber sicher. Oft lässt einem das Baby gar keine andere Wahl und Muttermilch ist immer noch die beste Nahrung – viel besser als die von der Industrie angebotene Ersatznahrung. Natürlich muß man die Entwicklung im Auge behalten und einfach ausprobieren ob nicht einfach nur die Form des Essens nicht passt. Viele Babys mögen Bananenstücke, Kartoffelscheiben oder Nudeln statt Brei, sogenanntes Fingerfood. Dies wird oft belutscht oder beknabbert – nicht „ordentlich“ gegessen. Der Sinn ist ja aber die Heranführung des Babys an feste Kost und nicht etwa perfekte Manieren.